«Eine entzückende Philosophie!»

Steiner

LeninDie Philosophin eröffnete ihren Workshop mit der erkenntniskritischen Frage, ob es überhaupt möglich sei, ein getreues Abbild der Realität zu erhalten. Denn zwischen Sinneswahrnehmung und Bewusstsein verlaufen derart viele Prozesse (in den Sinneszellen, Nervenbahnen, Gehirn), dass wir nicht von einer Übereinstimmung unseres Bildes mit der Wirklichkeit ausgehen könnten. Was uns zum Bewusstsein gelange, seien nur Empfindungen. Diese Problemstellung hat unzählige Philosophen beschäftigt, u.a. W.I. Lenin und Rudolf Steiner. (Ein Klick auf eines der Bilder führt zum Haupttext.)

Beispiel Baureglement

bandicam 2018 10 24 17 17 16 089Etwas mühsam kurvt der Postbus um das Hotel Staila im bündnerischen Bergdorf Fuldera. Stünde das Hotel nicht an diesem Platz, könnte der Bus geradeaus fahren. Damit Häuser nicht öfter sozusagen mitten in der Strasse und damit dem Verkehr im Weg stehen, wurden in Preussen Mitte des 19. Jahrhunderts die «Fluchtlinien» erfunden. Sie gehörten zu den ersten modernen bauplanerischen Massnahmen in Mitteleuropa. 

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Die Illegalität von Kartellen — Kehrseite der Marktideologie

Quadroni

In einer herausragenden Reportage schildert eine Journalistengruppe (Anja Conzett, Sylke Gruhnwald und Gion-Mattias Durband) der Online-Zeitung REPUBLIK das Funktionieren und das Auffliegen eines Baukartells im Unterengadin. Zunächst Beteiligter, dann Aussteiger, Whistleblower und Verfolgter ist der Bauunternehmer Adam Quadroni. Involviert sind nicht nur Bauunternehmer, sondern auch deren Verband und vermutlich auch staatliche Organe, die sich trotz eindeutigen Hinweisen sehr wenig für die Geschehnisse interessieren, stattdessen dafür besorgt sind, dass Quadroni mit roher Polizeigewalt in eine psychiatrische Klinik eingeliefert wird.

Verständlicherweise erhält das Schicksal des Whistleblowers Quadroni in den Leserkommentaren grosse Aufmerksamkeit. Ebenso natürlich das illegale Handeln der Bauunternehmen und die vermutete Verfilzung mit staatlichen Stellen. Weniger im Vordergrund stand der systemische Aspekt (Kooperation / Markt / Kartell). Diesen griff ich in einem Diskussionsbeitrag auf, der einige Zustimmung fand. Mehr zum Thema — bitte auf das Bild klicken.

Die Epidemie des Herabsetzens

RosskäferSchon im Altertum diskreditiert: «Ein ferneres Herabsetzen ist in den Fabeln des Äsop, [z.B. in] der des Rosskäfers erwähnt, der ein heiliges Symbol bei den Ägyptern ist. Aristophanes macht ihn ganz lächerlich.» (G.W.F. Hegel «Vorlesungen über die Philosophie der Kunst») Wenn man heute Zeitungen und Zeitschriften liest, erhält man den Eindruck, Herabsetzen sei eine «Technik», die an Journalistenschulen gelehrt würde. Mehr dazu: Bild anklicken.

«selbst ernannt»

CézanneWar Cézanne ein «selbst ernannter» Maler? Gibt es auch Maler, die erst durch staatliche oder päpstliche Ernennung zu Malern geworden sind?

Das Attribut «selbst ernannt» wird von Journalisten gern und oft verwendet, wenn es darum geht, andere Menschen (vor allem nicht dem Mainstream angehörige) subtil abzuwerten. Mehr dazu im Blog Medien und Sprache.

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Wie man Verschwörungstheoretiker wird

180404 Erdogan MayWer im Besitz der Macht ist, wird (auch von Dritten) kaum als Verschwörungstheoretiker gebrandmarkt. Das Attribut Verschwörungstheoretiker wird nur für Einzelpersonen oder Gruppen verwendet. Es dient der Marginalisierung beziehungsweise Ausgrenzung von Gruppen und Personen.

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Erdogan und May: weshalb werden sie nicht als Verschwörungstheoretiker bezeichnet?

Demokratie-Referat Luzern

Luzern

Demokratie ist ein Instrument oder Werkzeug zur Gestaltung sozialer beziehungsweise rechtlicher Beziehungen in einer Gemeinschaft. Bekanntlich werden Instrumente oder Werkzeuge für bestimmte Situationen oder Problemstellungen konstruiert. Eine Gabel eignet sich gut zum Spaghetti-Essen, ein Kontrabass als Begleitinstrument in einem Ensemble – beide eignen sich nicht, um eine Orange zu schälen oder Kartoffeln zu ernten. Auch Demokratie ist kein Instrument, um alle sozialen Situationen befriedigend zu gestalten.

In gesellschaftlichen und politischen Diskussionen werden in der Regel Konzepte eingebracht und vehement verteidigt. In meinem Referat im Rahmen des von Theres Schöni in Luzern am 17. März 2018 organisierten zweiten Wirtschaftsgipfels ist es mir darum gegangen, die verschiedenen sozialen Situationen, die nach (demokratischer) Partizipation rufen, zu charakterisieren und daraus abzuleiten, wie Partizipation aussehen könnte. Das Referat trug den Titel: «Die Demokratiefrage in Staat, Wirtschaft und Kultur. Beteiligungs- und Entscheidungsformen und ihre Voraussetzungen». Hier ist das Referat zu finden.