Verschwörungstheorien

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Kaum je wurde so viel über Verschwörungstheorien geschrieben wie aktuell. Und noch nie wurde meines Erachtens so deutlich, welche Funktion das Attribut «Verschwörungstheoretiker» hat, nämlich die soziale und politische Stigmatisierung.

Und etwas Zweites wurde nur selten so deutlich wie jetzt: nämlich wie unzulänglich für die Urteilsbildung das Links-Rechts-Schema ist.

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Lob des Flickenteppichs

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«Kantönligeist statt Geschlossenheit: Das Coronavirus verwandelt die Schweizer Bildungslandschaft in einen Flickenteppich. Die Kantone haben es während der Corona-Krise verpasst, in Bildungsfragen einen einheitlichen Kurs zu finden. Leidtragende sind die Schüler und ihre Eltern.» (Titel und Lead zu Nils Pfändlers Kommentar in der NZZ vom 30.4.2020.) In meinem Beitrag singe ich das Loblied des Flickenteppichs und beklage Uniformität und Gleichschaltung. 

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Wirtschaft oder Leben?

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Gestern ein Beitrag zur Situation etwa 100 Kilometer südlich der Schweizergrenze. Warum nicht heute ein Beitrag zur Situation gut 100 Kilometer nördlich? Einen Anlass gibt es: Der Oberbürgermeister von Tübingen hatte in einem Interview eine Aussage gemacht, die zu vollen Leserbriefseiten und Todesdrohungen führte. Der Sinn der Aussage entspricht etwa dem Satz, den der in der Schweiz wohl gelittene Tourismus-Investor Samih Sawiris ausgesprochen hatte. – Dann nahm ich heute Morgen die Thurgauer Zeitung zur Hand und las den Kommentar, den ich (ähnlich) eben schreiben wollte.

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Pest in Bergamo

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Bergamo wurde als Epizentrum der Corona-Epidemie bezeichnet. Allein im März ging die Zahl der Toten in Bergamo im Vergleich zu 2015 – 2019 um 568 Prozent nach oben.

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Im Morast der Moral

191111 MorastThomas Fuster schrieb einen Leitartikel in der NZZ und rückte einige Dinge pointiert an den Ort, an den sie – mindestens aus NZZ-Sicht – wohl gehören: Das Management von Unternehmen soll keine anderen Ziele verfolgen, als den Eigentümernutzen zu steigern. Nur dieses Ziel ist messbar. Andere Ziele z.B. im Sinne des Corporate Social Management sind nicht messbar und führen demzufolge in den Morast.

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Verdichten! Verdichten?

Wipkingen Plan plusDas nebenstehende Bild zeigt einen Kartenausschnitt von Zürich, genauer: Wipkingen (In der Mitte unten neben dem Siloturm von Swissmill ist die Überquerung der Bahnlinie über die Limmat auszumachen, am linken Rand oben die Rosengartenstrasse). Die Darstellung ist den Geodaten des Bundesamts für Statistik entnommen. Die ganze Schweiz ist von einem Netz mit einem Raster von 100x100 Meter überzogen. Die Geodaten vermitteln eine Vielfalt an Informationen, bezogen auf jeweils ein Quadrat von 1 Hektar. Hell sind die Flächen mit relativ wenig Wohnungen (meist Einfamilienhäuser, Gewerbebauten oder Schulen), dunkel die Flächen mit vielen Wohnungen. Im hervorgehobenen Quadrat der nebenstehenden Darstellung hat das Bundesamt für Statistik im Jahr 2017 193 Wohnungen gezählt, was einer sehr hohen Dichte entspricht. Quartiere mit Einfamilienhäusern haben oft eine Dichte von 10 bis 20 Wohnungen pro Hektare.

Weil der Siedlungsflächenverbrauch begrenzt ist, soll verdichtet werden. Allerdings (so meine These): Verdichtet wird nicht dort, wo es am lohnenswertesten wäre, sondern dort, wo die Dichte schon erhöht ist. Mehr dazu in diesem Beitrag.

Ganzheitliche Lebensraumgestaltung

Inhalt Ausschnitt«Der Mensch hat ein Bedürfnis, sich in die eigenen vier Wände zurückzuziehen. Bauen für Wohnzwecke erfolgt nicht nur, um sich vor dem Wetter zu schützen. Auch das Ich hat – auf der seelischen Ebene – das Bedürfnis nach Innenraum, der gleichzeitig durch Grenzen gegen aussen Schutz verspricht. Das Abgrenzen ist gleichzeitig ein Ausgrenzen. Dieses Bedürfnis hat sich erst im Verlauf der Jahrtausende und Jahrhunderte entwickelt. Im Langhaus, das einer ganzen Sippe Obdach bot, spielte das Ab- und Ausgrenzen keine Rolle. Heute ist es bei uns selbstverständlich, dass jedes Individuum die Möglichkeit hat, hinter sich die Türe zu schliessen. Die Entwicklung des Bauens sagt etwas über die Ich-Entwicklung aus.»

Dies sind einige Zeilen aus dem Beitrag «Der Boden und seine Nutzung» im kürzlich erschienen Sammelband von«Mensch und Architektur». Mehr zu diesem Heft auf der Seite Publikationen.