Publikationen

Eintopf

OrganisationBerufDiscountphnomenSchferCover23258 72 dpiDiese Website war zunächst fast deckungsgleich mit dem Anliegen, das Buchprojekt Solidarwirtschaft vorzustellen. Inzwischen ist sie mit zahlreichen Blogbeiträgen über dieses Ziel hinausgewachsen. Das Erscheinen eines zweiten Buchs Eintopf und Eliten ist der Anlass, die Website neu zu gliedern. Der Bereich Publikationen ist nun ausgebaut und umfasst auch einige frühere Veröffentlichungen, ausserdem Zeitschriftenartikel.

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Separatismus

Kurdish languages mapKurdish languages mapEs mag Zufall sein, dass gleichzeitig verschiedene separatistische Bewegungen aufbrechen. Den Druck in Richtung Verselbständigung gibt es aber noch sehr viel häufiger, als derzeit sichtbar ist. Die Versuchung totaler Unterdrückung ist gross (Burma, China). Das „Rezept“ einer Separatismus-Prävention wäre so einfach. Es stellt allerdings den Einheitsstaat in Frage.

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Mietkostengetriebene Sozialhilfe

201103 DSC 1944Sozialhilfe ist ein Themenbereich, in dem sich trefflich polemisieren lässt. Wie üblich lassen sich die „Argumente“ dann am beliebigsten und gemäss den eigenen politischen Vorlieben auswählen, wenn die Datenlage dünn ist. Wer will oder kann dann schon widersprechen!

Diese Situation und ein Wachstum der Sozialausgaben (innerhalb von 10 Jahren von 1.7 auf 2.6 Milliarden Franken) waren der Ausgangspunkt für parlamentarische Vorstösse von sozialdemokratischer Seite. Forderung: mehr Transparenz. Der 2014 geforderte Bericht wurde am 6. September 2017 vorgelegt. Zwar weist der Bericht Lücken auf. Es gibt aber durchaus Feststellungen, die mindestens mit Beispielen belegt sind und auf die stärker fokussiert werden sollte. Dazu gehört das Stichwort „Mietkosten“.

... und was die verantwortliche Redaktorin des Infosperber von diesem Beitrag hält.

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Bild: Matthias Wiesmann

"Labelsalat - mit Sauce"

C RGB 1481KBWeshalb eigentlich ist – im Zusammenhang mit Bio-Produkten – von Label-Salat die Rede? Weshalb wird nicht ebenso die kaum überblickbare Zahl von Waschmitteln, Sportschuhen, Handymarken und so weiter thematisiert?

Hier wie dort sind Labels Marken und damit Waffen im Kampf um Marktanteile. Oder gibt es doch Unterschiede? Vielleicht rührt die Sensibilität, wenn wir einmal davon absehen, dass es journalistisch billig ist, sich mit diesem Schlagwort zu profilieren, aus der Zeit, als Bio-Labels Pioniertaten von zusammenarbeitenden, sich an einer Idee orientierenden Bauern waren. Vielleicht ist die Klage über Label-Salat berechtigter Ausdruck einer Enttäuschung, dass Bio-Labels zu Profilierungsinstrumenten von Handelsketten geworden sind. Mehr dazu und zu einer Idee, was man tun könnte, in diesem Beitrag. (Bitte auf das Bild klicken, um zum Beitrag zu gelangen.)

 

Das ist das Label (oder die Marke?) von Wiesmann & Wiesmann. Es nimmt an keinem Label-Rating teil.

Logo: Atelier Clerici

Die Lückenpresse nicht die Lügenpresse ist das Problem

170719 AlpaufzugThomas Fuster von der NZZ-Wirtschaftsredaktion schrieb einen Beitrag über Wachstum. Illustriert wird der Artikel vom Bild eines Alpaufzugs, das tatsächlich gut zum Beitrag passt. Auf dem Bild sind gegen 20 Kühe und vier Menschen zu sehen, die sie antreiben. Was hier gezeigt wird, ist in Bezug auf eine ökonomisch vernünftige Arbeitsproduktivität also tatsächlich völliger Unsinn.

In Sachen Arbeitsproduktivität in der Milchwirtschaft könnte die Schweiz von Saudiarabien lernen. Die dortige Milchproduktion beschrieb die NZZ in einem Beitrag vom 7.2.2015. Da gibt es mitten in der Wüste Ställe für 160'000 Kühe. (In der Schweiz gibt es insgesamt etwa 550'000 Kühe.) „Das Futter für die Tiere – auf jeder Farm gibt es drei Bereiche mit jeweils 7500 Tieren – wird wenige hundert Meter von der Melkanlage und den offenen Kuhställen entfernt in grossen Anlagen gemixt. Das Heu und die Maisflocken kommen aus dem Ausland. Am Rande der Mischanlage stehen noch die Transportcontainer, mit denen das Futter nach Saudiarabien transportiert worden ist.“ Folgerung: Die Schweizer Bauern wären produktiver, wenn sie die Hände vom Heuen, Silieren und erst recht von der Alpwirtschaft lassen und das Futter aus Brasilien importieren würden. Alpen und Voralpen würden allmählich von Wald und Busch zurückerobert. Am Rand der Agglomerationen würden einige Mega-Ställe mit Gleisanschluss die Milch- und Fleischproduktion übernehmen. Die zentrale Lage dieser Produktionsstätten würde die Verteillogistik erleichtern. Der Bergtourismus würde sich einige Folklorebauern und Rinderherden halten. Wahrlich: Rundum ein ökonomischer und ökologischer Gewinn. - Ist es das, was den Landwirtschaftskritikern vorschwebt? (Bitte auf das Bild klicken, um zum Hauptbeitrag zu gelangen.)

Bild: NZZ

Demokratisierung der Wirtschaft

BerlinDemokratisierung der Wirtschaft? Das löst in der Privatwirtschaft Stirnrunzeln aus. Privatwirtschaft? Inwiefern können Aktivitäten, die Auswirkungen auf die ganze Gesellschaft haben, als privat bezeichnet werden?

Also noch einmal: was könnte Demokratisierung der Wirtschaft (die über die Wahrung von Gruppeninteressen im Rahmen betrieblicher Mitbestimmung hinausgeht) bedeuten? Das Referat im Rahmen einer Gemeinwohl-Ökonomie-Veranstaltung in Berlin unterscheidet zunächst einmal Demokratie und Partizipation.

Das Referat ist hier zu finden.

Wer über neue Blog-Einträge benachrichtigt werden möchte, kann mir dies mit einer Mail an meine Adresse mitteilen (bitte Namen und Wohnort angeben).

Kapitalismus und Kirche in den Augen von Gerhard Schwarz

20150112DSC 5341"In christlichen Kirchen wird in Predigten und Fürbitten gerne über die Marktwirtschaft hergezogen, die man in den USA ohne negativen Unterton Kapitalismus nennt." Nach diesen einleitenden Worten versucht Gerhard Schwarz seiner Überzeugung Ausdruck zu geben, weshalb die kirchliche Kritik in keiner Weise gerechtfertigt ist.

Der NZZ-Artikel von Gerhard Schwarz findet sich hier (Link zum Artikel) - und hier mein als Leserbrief gedachter Kommentar:

Man kann Gerhard Schwarz' Verteidigung von Markt und Wirtschaft folgen, wenn man, wie Schwarz, drei notwendige Differenzierungen unterlässt:

KAPITAL: Selbstverständlich muss die Wirtschaft Kapital bilden, um in Entwicklung und Produktion investieren zu können. Dieses hat aber nichts zu tun mit dem Rendite-getriebenen Kapital der Finanzmärkte.

EIGENTUM: Nicht einmal Sozialisten, die den Kapitalismus überwinden wollen, haben etwas gegen das Eigentum an produzierten Gütern. Diese meint auch das zitierte Diebstahl-Gebot des Alten Testaments. Jahwe, der Gott eines Nomadenvolks, hatte mit Sicherheit nicht Grundeigentum im Auge. Denn zu jener Zeit gab es nur Gemeineigentum an Boden. Eigentum und Eigentum sind zweierlei.

WETTBEWERB: Der Begriff des (sinnvollen) Wettbewerbs bildete sich in der gewerblichen und kleinbetrieblichen Wirtschaft des 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts. Allmählich führte Wirtschaftsmacht zu immer ungleicheren Spiessen. Das zeigt sich heute z.B. daran, dass die Startups mit den wettbewerbsfähigen Ideen laufend von den trägen und mächtigen Konzernen aufgekauft werden.

Wer notwendige Differenzierungen unterlässt, läuft Gefahr, mit der Verteidigung gutgemeinter Konzepte deren Missbrauch mit zu rechtfertigen. Wirtschaftsmacht ist gar ein Begriff, der im Vokabular von Schwarz gänzlich fehlt. Ein blinder Fleck auch auf der Website von Avenir Suisse. Wer in seiner Argumentation so viele Lücken zeigt, hat einen schweren Stand, wenn er gegen Sozialisten und naive Kirchendiener ins Feld ziehen will.

Bild: Matthias Wiesmann