Altersvorsorge – die fehlgeleitete Diskussion

pp Referat 20200207Eine Dauerdebatte beschäftigt sich mit den Problemen der Altersvorsorge. Dummerweise ist es die falsche Diskussion, die geführt wird. Ein Vergleich: Gefordert ist Handeln, um den Klimawandel zu bremsen. Nun gehen die massgeblichen Leute hin und diskutieren, ob man die Thermostatventile an den Heizkörpern auswechseln und die Ölheizung mit einem neuen Brenner ausstatten sollte. Mit anderen Worten: In Bezug auf die zentralen Probleme unternehmen sie nichts.

Es ist nicht in Abrede zu stellen, dass neue Thermostatventile und ein neuer Brenner etwas nützen könnten. Und es ist nicht in Abrede zu stellen, dass ein höheres Rentenalter und ein tieferer Umwandlungssatz Entlastung bringen könnten.

Trotzdem bleibt die betriebliche Altersvorsorge der Illusion verhaftet, man könne jahrzehntelang sparen, um dann das Sparschwein zu leeren und davon zu leben. Und trotzdem bleibt die kapitalgedeckte Altersvorsorge den Schwankungen und Krisen des Finanzmarkts ausgeliefert. Trotzdem kostet die 2. Säule jährlich über 5 Milliarden Franken. 

Im Referat im Rahmen der CoOpera Arbeitsgemeinschaft beschäftige ich mich mit den Themen, die nicht diskutiert werden, den Nicht-Themen. Nur deren Diskussion könnte die Altersvorsorge auf eine nachhaltige Grundlage stellen. 

Grundlagen zu diesem Referat sind in diesem PDF nachzulesen

Im Morast der Moral

191111 MorastThomas Fuster schrieb einen Leitartikel in der NZZ und rückte einige Dinge pointiert an den Ort, an den sie – mindestens aus NZZ-Sicht – wohl gehören: Das Management von Unternehmen soll keine anderen Ziele verfolgen, als den Eigentümernutzen zu steigern. Nur dieses Ziel ist messbar. Andere Ziele z.B. im Sinne des Corporate Social Management sind nicht messbar und führen demzufolge in den Morast.

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Verdichten! Verdichten?

Wipkingen Plan plusDas nebenstehende Bild zeigt einen Kartenausschnitt von Zürich, genauer: Wipkingen (In der Mitte unten neben dem Siloturm von Swissmill ist die Überquerung der Bahnlinie über die Limmat auszumachen, am linken Rand oben die Rosengartenstrasse). Die Darstellung ist den Geodaten des Bundesamts für Statistik entnommen. Die ganze Schweiz ist von einem Netz mit einem Raster von 100x100 Meter überzogen. Die Geodaten vermitteln eine Vielfalt an Informationen, bezogen auf jeweils ein Quadrat von 1 Hektar. Hell sind die Flächen mit relativ wenig Wohnungen (meist Einfamilienhäuser, Gewerbebauten oder Schulen), dunkel die Flächen mit vielen Wohnungen. Im hervorgehobenen Quadrat der nebenstehenden Darstellung hat das Bundesamt für Statistik im Jahr 2017 193 Wohnungen gezählt, was einer sehr hohen Dichte entspricht. Quartiere mit Einfamilienhäusern haben oft eine Dichte von 10 bis 20 Wohnungen pro Hektare.

Weil der Siedlungsflächenverbrauch begrenzt ist, soll verdichtet werden. Allerdings (so meine These): Verdichtet wird nicht dort, wo es am lohnenswertesten wäre, sondern dort, wo die Dichte schon erhöht ist. Mehr dazu in diesem Beitrag.

Ganzheitliche Lebensraumgestaltung

Inhalt Ausschnitt«Der Mensch hat ein Bedürfnis, sich in die eigenen vier Wände zurückzuziehen. Bauen für Wohnzwecke erfolgt nicht nur, um sich vor dem Wetter zu schützen. Auch das Ich hat – auf der seelischen Ebene – das Bedürfnis nach Innenraum, der gleichzeitig durch Grenzen gegen aussen Schutz verspricht. Das Abgrenzen ist gleichzeitig ein Ausgrenzen. Dieses Bedürfnis hat sich erst im Verlauf der Jahrtausende und Jahrhunderte entwickelt. Im Langhaus, das einer ganzen Sippe Obdach bot, spielte das Ab- und Ausgrenzen keine Rolle. Heute ist es bei uns selbstverständlich, dass jedes Individuum die Möglichkeit hat, hinter sich die Türe zu schliessen. Die Entwicklung des Bauens sagt etwas über die Ich-Entwicklung aus.»

Dies sind einige Zeilen aus dem Beitrag «Der Boden und seine Nutzung» im kürzlich erschienen Sammelband von«Mensch und Architektur». Mehr zu diesem Heft auf der Seite Publikationen.

Publikationen

OrganisationBerufDiscountphnomenSchferCover23258 72 dpiCover KDiese Website war zunächst fast deckungsgleich mit dem Anliegen, das Buchprojekt Solidarwirtschaft vorzustellen. Inzwischen ist sie mit zahlreichen Blogbeiträgen über dieses Ziel hinausgewachsen. Das Erscheinen eines zweiten Buchs Eintopf und Eliten ist der Anlass, die Website neu zu gliedern. Der Bereich Publikationen ist nun ausgebaut und umfasst auch einige frühere Veröffentlichungen, ausserdem Zeitschriften- und Fachbuchartikel.

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Digitalisierung

20130510 DSC 6773Wir sind ihre Wegbereiter und Kritiker zugleich

Ist Digitalisierung etwas «da draussen», ein Computer-Wesen? Entspringt sie derjenigen Macht, «die stets das Böse will»? Ist Digitalisierung also etwas, das uns schicksalshaft trifft, an dem wir aber eigentlich keinen Anteil haben, ausser eben, dass wir in vielfacher Weise mit ihr konfrontiert sind?

Einige Beispiele zeigen, dass wir geradezu digital veranlagt sind, dass wir uns hinter digitalen Prozessen verstecken können und Verantwortung loswerden. Eine Spurensuche, die zur Erkenntnis wesentlicher Prozess- und Sozialgestalten führt.

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Die grosse Vertreibung

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So betitelten die Journalisten Sabine Kuster (AZ Media) und Sebastian Broger einen Beitrag in der Thurgauer Zeitung vom 22. Junib 2019. Selten sprechen Tageszeitungs-Artikel eine so offene Sprache. Sie thematisieren das V erschwinden von günstigem Wohnraum. «Weltweit werden Tieflohnarbeiter aus den Städten vertrieben».  Ausführlich wird die SP-Nationalrätin Jacqueline Badran zitiert, die sich als fast einzige Politikerin etwas grundsätzlicher mit dem Thema befasst. Einige Zahlen werden genannt: Noch besitzen die Privaten 40 Prozent alles Immobilien in der Schweiz, Aktiengesellschaften und GmbHs 36 Prozent – und Immobilienfirmen nur 9 Prozent. Aber das ändert sich. 2018 wurden in Basel Immobilien wie folgt gebaut: 30 Prozent durch Immobilienfirmen, 30 Prozent durch AGs und GmbHs und nur 7 Prozent durch Private. – Allerdings sagt die Rechtsform der Eigentümer wenig aus über die Situation. Da stehen  wohl Einfamilienhausbesitzer neben Eigentümern von grossen Wohnblöcken. Eine Tendenz kommt aber trotzdem zum Ausdruck. Ein Leserbrief zu diesem Artikel befasst sich mit den tiefer liegenden Ursachen. (Bild anklicken)