Von sektiererischen und opportunistischen Eliten

Silvio Borner, der Basler Ökonomieprofessor von gestern (bzw. emeritiert), den die "Weltwoche" einen Liberalen nennt, der sich dessen nicht schäme, gab kürzlich auf dem NZZ-Podium folgendes zum Besten:

"Marktwirtschaftlich orientierte Ökonomen sind zu absoluten Aussenseitern geworden und stossen bei ,Gutmenschen' auf ein mitleidiges Lächeln - oder mehr noch auf eine unreflektierte Ablehnung.
Der sich am Weltuntergang orientierende «Ökologismus» predigt Nachhaltigkeit und Suffizienz. Dabei operiert er primär mit der Verbreitung von Angst und Schrecken und deckt harte Fakten und freie Forschung mit Hypermoralisierung zu. Der Klimawandel ist zum religiösen Ersatz für die Höllenstrafe geworden .... . Wissenschaftlich unhaltbare Leitlinien wie einst die ,Grenzen des Wachstums' und neuerdings die ,2000-Watt-Gesellschaft', der ökologische Fussabdruck oder die geradezu absurde Förderung von erneuerbaren Energien sind Heilsbotschaften, die man nicht rational hinterfragen darf. Die ,Energiewende' in der Schweiz ist getrieben von einer kleinen Minderheit von sektiererischen und opportunistischen Eliten und scheint getragen von einer fehlinformierten, gutgläubigen und hoffnungsvollen breiten Menge, die (vorderhand) ihre Illusionen nicht verlieren möchte."

Ja, Liberale, die sich nicht schämen, tun sich nicht schwer mit Augen verschliessen und unsachlichen Charakterisierungen von Zeitgenossen. Wie auch Samuel Rutz und Gerhard Schwarz von Avenir Suisse in einem Diskussionsbeitrag im Juli 2013 in der NZZ: Die beiden spielen sich ein wenig als An­wäl­te der Kleinverdiener auf, wenn sie darauf hinweisen, dass gerade Leute „mit dem be­ruhigenden Wissen um Ver­mögen oder Erbschaften im Hintergrund", denen es re­lativ gut gehe, das Postulat des Wachstumsstopps formulieren würden. Rutz und Schwarz begründen die "Na­turgegebenheit von Wachstum" mit der offenbar zwingenden Wirkungskette tech­no­logischer Fort­schritt > Produktivitätssteigerung > Preissenkungen > Wachstum. „Das zen­trale Argument für Wachstum lautet, dass Wirtschafts­wachstum gewisser­mas­sen ein natürliches Phänomen ist, eine anthropologi­sche Konstante, die dem Streben der Menschen nach mehr vom Gleichen und nach immer Neu­em ( ... ) entspringt."

Ja, da kann man halt nichts machen ausser wachsen lassen bis das Ende der Bohnenstange erreicht ist und das Gewächs seinen Halt verliert. Marktliberale scheinen keine Antworten auf bedrohliche Entwicklungen zu haben, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.