Auf der Suche nach Fakten

Vor einem knappen Jahr schrieb ich auf dieser Website:

Zu welchem Zeitpunkt kann man die Gefährlichkeit einer Krankheit oder einer Epidemie einschätzen? Bei Covid19 waren die Urteile vielerorts schon gemacht, bevor sich die Infektionen so richtig ausbreiteten. Das scheint zum Krankheitsbild dieser Epidemie zu gehören.

Ich bezog mich dabei auf Voten, die Covid19 umgehend als normale Grippe beurteilten. Ich wehrte mich gegen vorschnelle Verharmlosungen. Denn Urteile kann man ja nur fällen, wenn man den Gegenstand des Urteils einigermassen vollständig überblickt. Diese Bedingung schien mir damals noch nicht gegeben. Heute sorge ich mich um einen anderen Aspekt der Seuchendiskussion: Die befürchteten dramatischen Entwicklungen von damals sind nicht im erwarteten Ausmass eingetroffen. (In welchem Grad die getroffenen Massnahmen dafür ursächlich sind, ist nicht ganz einfach zu ermessen.) Die erheblichen Risiken, von denen damals vorsichtshalber ausgegangen werden musste, wurden überschätzt. Die massgeblichen Behörden und Experten unternehmen aber nichts, um in der Öffentlichkeit angemessene Haltungen und Verhaltensweisen zu erreichen und Massnahmen anzupassen.

Die Folge: Einerseits leiden vor allem ängstliche Menschen sehr unter der Situation. Leben in allen Fazetten seiner Bedeutung, vom jugendlichen Bewegungsdrang bis zu kulturellen Veranstaltungen wird in einem Ausmass be- und verhindert, das nicht ohne negative Folgen bleiben wird. Erkrankungen und Todesfälle sind statistisch erfassbare «Schäden». Angst, Einsamkeit, Trauer, Behinderung von Entwicklungen, verhinderte Freude usw. sind versteckte Schäden. Andererseits wird die Neigung, Massnahmen zu missachten, immer grösser. An die Stelle von Einsicht und Überzeugung tritt Polizeigewalt.

Es ist verständlich, dass die Behörden ihre Massnahmen auf die Beeinflussung (Vermeidung) der statistisch erfassbaren Schäden konzentrieren. Güterabwägungen wären aber dringend nötig, scheinen aber tabuisiert. Die Reaktionsweise in Einzelfällen (zum Beispiel die Rettung eines Verschütteten Bergarbeiters ohne Begrenzung der eingesetzten Mittel) wird auf die Gesellschaft übertragen: auch sehr alte Menschen sind deshalb um jeden Preis vor Erkrankung und Tod zu bewahren. Dass solche Überlegungen als völlig unstatthaft angesehen werden, zeigt das Beispiel des Oberbürgermeisters Boris Palmer aus Tübingen.

Es ist die Pflicht des Arztes, alles daran zu setzen, erkrankte Menschen vor dem Tod zu bewahren. Ihr hippokratischer Eid bezieht sich auf die Patienten, die sich ihnen anvertrauen, auf Individuen, nicht auf die Gesellschaft. Doch die Gesundheitsbehörden gehen mit den Auswirkungen von Covid19 so um, wie wenn eine leicht erhöhte Sterblichkeit (auch von alten und sehr alten) Menschen mit derselben Absolutheit zu vermeiden wäre wie der Tod eines einzelnen Individuums – koste es, was es wolle.

Es ist verständlich, dass Virologen auf das Virus fokussieren. So wie im Lebensmittelbereich jeder Keim eine potentielle Gefahr darstellt, scheint im Bereich höheren Lebens jedes Virus eine akute Gefahr zu sein. Aus diesen Haltungen resultieren lebensfremde oder lebensfeindliche Idealbilder einer aseptischen Welt und der entsprechenden Massnahmen, eine solche zu erreichen. (Ein Beispiel aus dem Lebensmittelbereich: Die Verfütterung von Lebensmittelabfällen an Schweine ist aus hygienischen Gründen verboten, was zu einer geradezu irrsinnigen Vernichtung von Nährstoffen führt.)

Die Lebensfremdheit von Massnahmen und Verhaltensweisen sei noch anhand eines andern Beispiels illustriert:

Es fällt mir auf, wie viel weniger Kinder heute Risiken eingehen dürfen. Viele werden mit dem Auto zur Schule gebracht. Auf Spielplätzen stehen zertifizierte Geräte auf Gummimatten; eine Gigampfi (Wippe) ist ein Gerät mit Federn – wie lässt sich da das Gleichgewicht noch erfahren? Als Kind allein ohne verantwortliche Person in den Wald zu gehen oder ein ÖV-Verkehrsmittel zu benützen, kommt für viele nicht mehr in Frage. Selbstverständlich lauern überall Risiken. Leben und Risiko gehören zusammen. Remo Largo hat viel darüber geschrieben. Nicht über die Gefahren, sondern über die Entwicklungchancen, die in den Risiken stecken.

Debatten, die nicht stattfinden

In den ersten Monaten der Pandemie versuchte ich zu einem Urteil zu kommen. Auf der einen Seite gab es die behördlichen Einschätzungen und Massnahmen, auf der anderen Seite deren Ablehnung, teilweise garniert mit gelegentlich abenteuerlichen verschwörungstheoretischen Eskapaden.
Unter einem Aspekt unterscheiden sich die beiden Haltungen nicht. Auf beiden Seiten ist der Glaube an die Position, mit der man sich identifiziert, ein für die Debatte eng begrenzender Faktor. Dies ist insofern verständlich, als es sich um eine wissenschaftlich anspruchsvolle Materie handelt.

Jüngst sandte mir ein Freund das Diskussionspapier (bzw. offenen Brief) des Vereins namens Aletheia (Medizin und Wissenschaft für Verhältnismässigkeit) zu, in welchem eine ganze Reihe von Standpunkten von Behörden und Experten in Frage gestellt werden. Das Papier sprach mich an, weil es Emotionalisierung und Schuldzuweisungen vermeidet, ebenso Narrative über vermutete Strippenzieher im Hintergrund («Verschwörungstheorien»). Zu vielen Aussagen werden Belege angegeben, was mindestens seriös wirkt, in Kürze von mir aber nicht beurteilt werden kann. (Auf zwei Aspekte komme ich unten zurück.)
Dieses Papier sandte ich einem Freund weiter, einem engagierten linken Juristen. Dies, weil ich hoffte, zu Argumenten aus ganz anderer Perspektive zu kommen, aber auch deshalb, weil mir aufgefallen war, dass von linken Parteien ebenso wie von der linken Wochenzeitung WOZ nie Kritik an der behördlichen Corona-Bekämpfungspolitik geäussert worden ist. (In einigen WOZ-Leserbriefen wurde dies moniert). Ich verstehe diese Haltung vor dem Hintergrund meiner folgenden zwei Beobachtungen: 1. Linke Parteien haben eine höhere Wissenschafts- und Technik-Affinität als rechte. Weder die Anti-AKW-Bewegung noch die Umweltbewegung sind im Schosse der Linken entstanden. 2. Linke Parteien haben tendenziell eine gouvernementalere Haltung als rechte oder liberale. Dass der zuständige Gesundheitsminister Sozialdemokrat ist, dürfte diese Haltung verstärken.

Schon am folgenden Tag erhielt ich seine Antwort, die ich hier nur leicht gekürzt zitieren:

Ich habe eben das Schreiben von ALETHEIA diagonal gelesen und mich darauf telefonisch bei meinem Jugendfreund, SP-Mitglied und pensionierten Arzt XY erkundigt, was er davon halte. Seine Kurzanwort: SCHROTT! [die Kürze der Antwort entschuldigend, schob er nach: er war gerade beim Mittagessen.] Offensichtlich teilt die grosse Mehrheit der Ärzteschaft und Pflegenden nicht die Meinung dieser [unterschreibenden] 8 Ärzte, 2 Rechtsanwälte und je einer Pflegefachfrau und Naturwissenschafterin. Dem Präsidenten dieser angeblichen Gegen-Experten, Dr. med. Andreas Heisler, Ebikon, wurde im Februar auch die Praxisbewilligung entzogen. – Soviel zur 'Glaubwürdigkeit' dieser 'Fach-Mahnung' für 'Verhältnismässigkeit'. … Leider gehören diese Leute m.E. zu einer 'Verschwörungsgruppe' von undefinierter extremer Heterodoxie.

Mit der Disqualifizierung der Herkunft des Papiers war meine Hoffnung auf eine inhaltliche Diskussion natürlich nicht erfüllt, was ich in meiner Antwort zum Ausdruck brachte – nebst einzelnen konkreten Themen, deren Klärung mir ein Anliegen sind (siehe auch unten). Ich schloss folgendermassen:

Ein Covid19-Mainstream, der im Reaktionsmuster «Schrott» oder «Verschwörungstheorie» verharrt, kann sich allerdings von einem Diskurs dispensieren – oder hat sich längst dispensiert. Das wäre etwa so, wie wenn in den Wirtschaftswissenschaften jeder, der sich nicht zu Hayek bekennt, vom Diskurs ausgeschlossen würde.

Einzelne Aspekte griff mein E-Mail-Partner auf und schloss folgendermassen:

Letztlich befinden wir uns aber weitgehend in Glaubens- und Interessen-Diskussionen. Was zählt mehr: ev. übertriebene Gesundheitsmassnahmen oder wirtschaftliches Wachstum, Profite und kurzfristige Sicherung von bestimmten Arbeitsplätzen und Branchen, die ja bisher grosszügig entschädigt wurden? Persönlich bin ich lieber ‚wissenschaftsgläubig‘ als ein Anhänger umstrittener Heterodoxien.

Natürlich kann ich mich mit Dichotomien à la übertriebene Gesundheitsmassnahmen versus Wachstum / Profite nicht befreunden – gerade auch aus den Gründen, die ich oben ausführte. Für mich spielt die Dichotomie «übertriebene Gesundheitsmassnahmen versus Leben» eine wichtigere Rolle als das Schlagwort Profit. Nach einem neuerlichen Versuch, methodisch und inhaltlich zu argumentieren folgte sein Schlusswort:

Ich respektiere deine Meinung, möchte unsere Corona-Diskussion aber nun beenden. Wir haben offensichtlich andere Vorstellungen von 'Faktenorientierung' und sprachlich korrekten Interpretationen.

Das bedauerte ich: schade. Gerade auch deshalb, weil es sich um ein Thema handelt, das im öffentlichen Diskurs nur einen Mainstream-Standpunkt duldet. Was davon abweicht, fällt der Marginalisierung anheim (Verschwörungstheorien usw.). Das finde ich gesellschaftlich fatal.

Faktenorientierung?

Im Mailwechsel sind wir kaum zu einer Faktendiskussionen gelangt. Der Entzug der Praxisbewilligung für den Aletheia-Gründer ist durchaus ein Faktum. Klug war seine Verhaltensweise keineswegs, vor allem nicht im Hinblick auf die Absicht, mit inhaltlichen Diskussionen die öffentliche Meinung beeinflussen zu wollen. Wer fragt sich da nicht mit einem gewissen Recht: Kann man Argumenten von jemandem vertrauen, der behördliche Anordnungen übertritt? Obwohl das Eine (Berufsverbot) mit dem Anderen (inhaltliche Gesichtspunkte zur Pandemiediskussion) eigentlich nichts zu tun hat, gerät das Berufsverbot umgehend zum Argument im Rahmen der ganzen Diskussion. (Waren linke Lehrer mit Berufsverbot in den 60er/70er Jahren schlechte Pädagogen? Disqualifizieren sich Kriegsdienstverweigerer als Fachleute?)

Infektionen und deren Nachweis

Ein zentraler Punkt im Aletheia-Papier betrifft die Frage der Infektionen. (Über den Unsinn täglicher Infektionsmeldungen in absoluten Zahlen, die mit den Anzahl Test schwanken, habe ich bereits früher geschrieben.) Diese Zahlen wurden zum Gradmesser der Pandemie schlechthin. Mit dem Verweis auf diese Zahlen werden Massnahmen begründet, während über Ansteckungswege äusserst wenig bekannt wurde. Von grossen Feldstudien mit Bewegungsdaten (= Handydaten) von einigen Tausend Personen habe ich bisher nichts vernommen. Man hat herausgefunden, dass die meisten Ansteckungen in der Familie vor-kommen. Und wer hat das Virus woher in die Familie gebracht? Vor allem hier wären Antworten interessant. Doch Experten und Behörden scheint es wohl zu sein bei ihren Hypothesen. Ihr Handeln war dementsprechend immer nur beschränkt faktenbasiert. Doch wie steht es mit dem ständig zitierten Faktum Infektionszahl?

Das Aletheia-Papier zitiert einen Peer-Review-Report einer publizierten Arbeit von Corman-Drosten. Die Aletheia-Autoren referieren diese Arbeit: Gemäss diesem Report zeigt der von Corman-Drosten entwickelte RT-PCR-Test wesentliche wissenschaftliche Mängel auf molekularer und methodischer Ebene auf. Eines der Probleme bei diesem Test: Beim Test werden nur Fragmente eines in einem Computermodell erzeugten mRNA, welches Covid-19 zugeordnet wird, festgestellt und kein ganzes intaktes vermehrungsfähiges Virus. Das wichtigste Kriterium wird nicht nachgewiesen: «Besiedelung und Vermehrung». Die Konsequenz daraus kann sich auch ein Laie vorstellen: Wenn die Tests positiv auf nicht vermehrbare, nicht ansteckende Viren-Fragmente reagieren, dann werden Infektionszahlen ausgewiesen, die massiv überhöht sein können.

In die Richtung dieses Problems wies die Interpellation der SVP-Nationalrätin Sandra Solberger am 29.10.2020 (hier gekürzt):

Um eine saubere Datengrundlage zu haben und darauf eine solide Strategie aufzubauen, wird der Bundesrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten:
1. Ist es korrekt, dass der PCR-Test zur Detektion von COVID-19-Erregern auch Virenfragmente erkennt und daher die positiv getesteten Personen nicht zwangsläufig krank oder infektiös sind?

Der Bundesrat antwortete am 3.2.2021:

Ein PCR-Test erkennt ein vor der Messung spezifisch amplifiziertes Fragment des viralen Genoms (d.h. den genetischen Code des Virus).
Klinisch kann die Krankheit Covid-19 in verschiedenen Formen auftreten, die vom fast vollständigen Fehlen von Symptomen bis hin zu schwersten Verläufen reichen. Es ist daher möglich, dass Personen positiv getestet werden, ohne jegliche Symptome zu zeigen. Die Ansteckungsfähigkeit beginnt 1 bis 2 Tage vor Symptombeginn und kann mehrere Tage anhalten.

Der Bundesrat verwendet den Begriff Fragment, vermeidet aber zu bestätigen, dass Fragmente nicht entwicklungsfähig bzw. infektiös sein müssen. Er vermeidet auch zu bestätigen, dass positiv Getestete nicht zwangsläufig infektiös sind. Wenn er dazu Stellung genommen hätte, hätte wohl zwangsläufig die Frage folgen müssen, welchen Wert die täglich kommunizierten Fallzahlen haben. Sehr vertrauenserweckend erscheint mir diese Stellungnahme nicht. Es ist richtig, wenn Aletheia hier Klartext einfordert.

Wer Angst hat, ist vorsichtig.
Wer Angst macht, hat seine Verantwortung wahrgenommen.

Zu den ersten Massnahmen Anfang 2020 gehörten Händewaschen und ständige Desinfektionen. Das waren (und sind) nicht nur Hygienemassnahmen, sondern auch Botschaften: Das todbringende Virus droht mir von jeder Berührung. Händeschütteln, ein normaler menschlicher Kontakt, kam gar nicht mehr in Frage. Wie hoch das Risiko ist – darüber gab es keine Aussagen. Am besten ist, man hat einfach Angst und verhält sich entsprechend. Aber gab es wenigstens einschlägige Untersuchungen, um ein angemessenes und nicht nur ein maximal ängstliches Verhalten zu ermöglichen?
Erstmals hörte ich im Januar 2021 am Radio drs von einer Untersuchung aus den USA. Ergebnis: das Übertragungsrisiko ist zu vernachlässigen.

Dann wurde am 4. Februar 2021 im Echo der Zeit von einer weiteren Untersuchung berichtet: Corona ist eine Tröpfcheninfektion, wie Schnupfen oder Grippe. Wie stark man sich auch auf anderen Wegen ansteckt, darüber wird bis heute diskutiert. Zwei Studien unter Beteiligung der Eawag, dem Wasserforschungsinstitut der ETH, zeigen: Ansteckungen über Oberflächen scheinen sehr selten zu sein. … Diese Studien seien interessant, sagt Hugo Sax. Er ist Infektiologe und war bis zu seiner kürzlichen Pensionierung Leiter der Spitalhygiene am Unispital Zürich. Er hat vor einigen Jahren ähnliche Studien mit Grippeviren durchgeführt. «Diese Studien zeigen häufig, dass kein infektiöses Virus mehr nachweisbar ist», sagt er. Das heisst, dass Studien wie die von Tim Julian das Risiko sogar eher überschätzen, wenn nur Genmaterial angeschaut wird.»

Dreierlei lässt sich aus dem Gesagten ableiten:

  1. Von hohem Risiko zu sprechen, erzeugt Angst. Angst diszipliniert.
  2. Wer warnt, signalisiert, dass er Verantwortung wahrnimmt. Gleichzeitig entlastet er sich. Wenn dann doch etwas passiert, lässt sich sagen: Ich habe ja gewarnt. An mir liegt es nicht. (Ich kenne diese Situation von Entscheidungen im Hinblick auf Unternehmensbeteiligungen: Wer vor Risiken warnt, ist immer auf der richtigen Seite. Wenn der Risiko-Fall nicht eintritt, spricht man nicht darüber, wenn er eintritt, kann der Warner sagen: ich hab’ ja gewarnt.)
  3. Die Punkte 1 und 2 bewirken, dass das wirkliche Risiko eher nicht untersucht wird. Beim elementaren Punkt der Hand-Hygiene dauerte es ein Jahr, bis Untersuchungsbefunde in die Öffentlichkeit drangen. Von Anpassungen der Empfehlungen ist trotzdem nicht die Rede, etwa im Sinn von: gebt Euch die Hände wieder, es wird euch guttun.

Von hier lässt sich zurückblenden: Auch hohe Infektionszahlen haben diesen Effekt. Sie sagen: wir sind von Viren umgeben, meidet Kontakte. Wir nehmen unsere Verantwortung wahr, wenn wir täglich auf das Infektionsgeschehen hinweisen.

Damit wäre ein Versuch gemacht, einzelne Punkte anzusprechen. Wer allein die Möglichkeit sieht, den Behörden und Verlautbarungen von Experten zu glauben und die Ungläubigen ins Pfefferland der Verschwörungstheoretiker zu schicken, gibt vorschnell auf und unterschätzt die Möglichkeiten, die ein kritischer Bürger hierzulande vielleicht doch hat.

Zwei Nachträge am 24.3.2021

Info-Sperber im Zusammenhang der Kritik an den Infektionszahlen:

Info-Sperber am 23.3.21: «In Zukunft will der Bundesrat die Positivrate nicht mehr berücksichtigen, wie das Bundesamt für Gesundheit Infosperber am Dienstag mitteilte. Das BAG begründete den Verzicht damit, dass die Positivrate ‹im Rahmen der Ausweitung der Teststrategie in den nächsten Wochen an Aussagekraft und damit Bedeutung verlieren wird›. Deshalb werde im Vergleich zum letzten Öffnungsschritt ‹auf die Positivitätsrate als Richtwert in Zukunft verzichtet›.» 

Aber wahrscheinlich werden uns die Medien weiterhin täglich Infektionszahlen servieren (M.W.)

Ruedi Höhn empfiehlt diese Kontext-Sendung:

https://m.srf.ch/audio/kontext/talk-mit-dem-ethiker-frank-mathwig?id=11949808
Der Ethiker Frank Mathwig betont am Anfang der Sendung dn Begriff der Vulnerabilität. Im Gegensatz zur fast immer nur als körperlich verstandenen Vulnerabilität umfasst dieser Begriff alle Betroffenen, nicht nur die von Infektionen Bedrohten, sondern ebenso diejenigen, welche z.B. mit Angst oder anderen seelischen Reaktionen stark auf behördliche Massnahmen der Bewegungseinschränkung und des Abschliessens reagieren.