Die Gefolgsleute des Gerüchts

Die Wochenschrift Das Goetheanum veröffentlichte am 4. März 2021 einen wohltuend nüchternen Artikel des Arztes Georg Soldner. Dazu gab es ein paar Kommentare. Eine Frau M. H.-K. schrieb unter anderem: «Die andere Frage , die ich Ihnen stellen möchte, ist: wie stehen Sie dazu, dass 25% der „Frischgeimpften“ innerhalb der ersten 2 Wochen nach dieser sog. „Impfung“ unter Qualen versterben ? Und das weltweit !» (Frau M. H.K. geht nicht von einer Impfung, sondern von einer Genmanipulation aus, deshalb die Anführungsstriche.)

Was bedeutet Frau M H.-K.s Aussage?

Bis am 7. März wurden gemäss Website statista über 300 Millionen Menschen geimpft, in Israel beispielsweise über 8.5 Mio Menschen. Wäre Frau M. H.-K.s Aussage wahr, so gäbe es inzwischen weltweit über 70 Mio Impfopfer (-tote). In Israel allein wäre gegen ¼ der Bevölkerung verstorben – ohne dass man davon etwas gehört hätte?! Auch wenn manche der Impflobby vieles zutrauen: die Unterdrückung von Informationen über ein Massensterben hätte sie wohl kaum im Griff. Sehr viele Informationen zu Covid bzw. zum Impfen sind spekulativ und für einen Laien nicht überprüfbar. Dann gibt es aber welche, wie die eben von Frau M. H.-K., deren Plausibilität ohne weiteres überprüft werden kann. Man muss nur einfach das Denken in Betrieb nehmen und nicht nur den Rumores nachhasten.

Beschränkte, asoziale Optik

Viele Kritiker behördlicher Massnahmen kritisieren (zu Recht) ein partikuläres Denken. Man schaue nur auf die Wirtschaft, oder auf die Alten, oder auf ….
Was mir an der Impfkritik auffällt, ist die Tendenz, nur an das eigene Wohl zu denken: Könnte mir die Impfung schaden? Ja, vielleicht schadet sie mir. Aber in unserer aktuellen sozialen Situation ist sie nützlich. Nun können die Kinder, die wir bis vor einem Jahr jeweils montags betreuten, endlich wieder zu uns kommen. Ich als Hochrisikoperson war ein Jahr lang das Hindernis (bzw. die Befürchtung war das Hindernis, ich könnte angesteckt werden). Die Kinder wollen wieder kommen, nicht etwa nur weil unsere Honigbrötli zum Zvieri besser sind. Nun ist das wieder möglich. (Oder hätte ich sagen sollen: Ich zweifle an der Impfung, ich mache da nicht mit. Bleibt weiterhin, wo ihr seid?)

Jede / jeder ist in einer sozialen Situation, die in die Überlegungen einbezogen werden sollte. Weshalb soll ich nicht einen gewissen (möglichen) Schaden auf mich nehmen, wenn es dem weiteren sozialen Zusammenhang nützt?