Korruption

Dieses Thema gehört zum Problemkreis 2 in Teil 2 von "Solidarwirtschaft": Markt, Wettbewerb, Stakeholder

Der Fotograf Andreas Seibert (http://www.andreasseibert.com/portfolio.php) dokumentierte den chinesischen Fluss Huai He (Ausstellung der Fotostiftung Winterthur bis am 3. März 2013): „Für Millionen von Menschen ist er eine zentrale Lebensader. In ihm spiegelt sich aber auch die Kehrseite des rasanten, ungebremsten Wachstums der chinesischen Wirtschaft. Obschon sich die Kulturen und Lebenswirklichkeiten in den verschiedenen Provinzen stark unterscheiden, sind die am Fluss lebenden Menschen überall mit der selben Tatsache konfrontiert: Das Wasser des Huai He gleicht heute mehr einer giftigen Kloake als einem lebensspendenden Element." Andreas Seibert porträtiert Menschen, die Opfer der giftigen Brühe, die das Flussbett füllt, geworden sind. Im Januar 2013 dann Berichte von krankmachendem Smog in Peking in den Zeitungen. Am 3. Februar titelt die NZZ am Sonntag „Jetzt will Roche China erobern" - die Erklärung im Untertitel: „Krebserkrankungen steigen an".

Die Situation zusammengefasst:
wir kaufen billigste Güter made in China. Billig, weil die chinesische Industrie schonungslos Menschen und Umwelt ausbeutet. Wir profitieren nun offenbar doppelt: Roche wird in China mit Symptomtherapie Geld verdienen.

Am 4. Februar erscheint das NZZ Folio zum Thema Korruption. Im Editorial der Satz: „Vielleicht liegt es im Wesen dieses Verbrechens. Korrumpierende und Korrumpierte sind brüderlich vereint im gemeinsamen Vorteil, die Geschädigten weit weg, eine abstrakte Grösse." Aktiv bestechende und passiv bestochene stellt man sich immer als Einzelfiguren vor. In die Korruption verwickelt können wir auch als Konsumentenschaft sein: wir sind brüderlich vereint im gemeinsamen Vorteil, die Geschädigten sind weit weg.