Teil 4: Vom Ökonomismus zur wirtschaftlichen Vernunft

revolution

Inhaltsüberblick über Teil 4

Schon früh regte sich Widerstand gegen die Grenzverletzungen der Wirtschaft. Teil 3 skizziert einige dieser Bewegungen, von der Lebensreformbewegung über den Syndikalismus bis zur ökologischen Bewegung der letzten Jahrzehnte.
Auf der grundsätzlichen Ebene wird aufgezeigt, dass das, was Marktökonomen als rationales Verhalten bezeichnen, nicht gleichzeitig vernünftiges Handeln ist – und dass in weiten Teilen der Wirtschaft durchaus Ansätze zu „irrationalem", stattdessen vernünftigem Handeln durchaus auszumachen sind. Dieses Handeln zeichnet sich durch Mitverantwortlichkeit (Erweiterung oder Kontrast zu Eigenverantwortlichkeit) aus.

Anhand konkreter Beispiele werden acht Bereiche beschrieben, in denen mitverantwortliche Zusammenarbeit von Unternehmen beobachtet werden kann. Daraus wird die Idee abgeleitet, dass die zwischenbetriebliche oder betriebsübergreifende Verantwortung zu einer branchenweiten Verantwortung auszubauen ist. Lösungen werden nicht von marktwirtschaftlichen Automatismen erwartet, die von selbst zum Wohle aller führen sollen, sondern von der Zusammenarbeit in den konkreten sozialen, beziehungsweise wirtschaftlichen Prozessen.

Eine solche Entwicklung hat aber Voraussetzungen: Es muss dafür gesorgt werden, dass Boden, Arbeit und Kapital nicht mehr als Ware oder Spekulationsobjekte dienen können. Welche Ideen und Versuche heute im Bereich des Bodenrechts entwickelt werden, wird zum Schluss dargestellt.

 Inhaltsverzeichnis

Verantwortung als Alternativmodell 186Entscheid und Haftung zusammenführen 187 Der Staat füllt das Vakuum Schritt für Schritt 190

Widerstand gegen den Ökonomismus 192
Die Lebensreformbewegung des zu Ende gehenden 19. Jahrhunderts 192 Räte- und Syndikalismusbewegung 195 Fortschrittsglauben nach 1945: Fortschrittsglaube und 68er-Rebel­lion 199 Der Aufbruch von 1968 200 Wirtschaft als Nachzüglerthema im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts 204

Rationalität oder Vernunft? 205
Von der Gesellschaftskritik zur parastaatlichen Normensetzung 205 Preis oder Solidarbeitrag? 207 Corporate Social Responsibility (CSR) und Gemeinwohlökonomie 207 Beispiel Regionalwert AG 209 Die Fiktion ökonomischer Rationalität 211 Irrationales Sicherheitsbedürfnis 211 Beispiels Solidaritätsfonds 212 "Irrationales" Kooperationsbedürfnis 214 Unternehmertum wird als Privatsache betrachtet 216 Marktmodell als Ideologie 216 Besitzstandgarantie 216 Mitverantwortung 217 Fall Kuvertüre 218 Mitverantwortlichkeit in der Wertschöpfungskette

Elemente mitverantwortlicher Zusammenarbeit 226
Schnitt- bzw. Verbindungsstellen 226 Acht Elemente der Zusammenarbeit 227 Un­ternehmensziele und Strategie 228 Sortiments- und Leistungsgestaltung 228 Flexibilität in der Sortiments- und Leistungsgestaltung 227 Konzeptionelle Arbeitsteilung 228 Information und Transparenz 231 Prozesse 232 Logistische Prozesse 232 Marketingsprozesse 234 Marktentwicklung 234 Fertigungsprozesse 235 Ressourcen 236 Risiko und Sicherheit 252 Finanzielle Risikoteilung 238 "Reale" Risikoteilung 239 Risikoinformation 240  Preisbil­dung und Ertrag 240 Forschung und Entwicklung 240 Evaluation 242 Voraussetzungen der Zusammenarbeit 243

Selbstverwaltung der Wirtschaft 244
Aufgaben einer „Instanz" 245 Instanz - Organbildung - Selbstverwaltung 246 Syste­merhaltende Kräfte 249 Markt und Kapital 250 Wirtschaft und gesellschaftliche Fragen 250 Denkgewohnheiten 251 Ideologie des Territorialstaats 251 Herrschaftswissen 252 Die Folgen 238 Wirt­schaft, Demokratie, Veränderung 253 Gesellschaftliche Entwicklung 255

Randbedingung: Stau auflösen 258
Stau im Kapitalbereich 263 Stau im Bodenbereich 263 Politische Initiativen zur Verän­derung des Bodenrechts 263 Jüngere Entwicklungen in der Schweiz 265 Stiftungen für Nutzungs­eigentum 267

Wirtschaft, ein Beziehungsgeschehen 269

Mit dem Segen von Adam Smith? 275

Epilog: Der Baum des (Wirtschafts-) Lebens 276