Kulturreise?

K Plakat 

Kultur-Reisen sind meist Subkultur-Reisen. Subkultur ist das, was benannt werden kann, was man abbilden kann. "Konzertfestwoche" oder "Volksmusikfestival" weisen auf Subkulturen hin. Auch "Oktoberfest" oder "Pride Parade", "Spitzenarchitektur" oder "Holzhandwerk".

Tourismuswerbung hat nichts mit Kultur am Hut, umso mehr mit Subkultur. Tourismuswerbung beutet Subkulturen aus. Diese werden in der Werbung zu Cliché-Kulturen. Cliché-Kulturen sind in Beton gegossene Kulturen, die sich nicht mehr bewegen und entwickeln können.

Wenn aber Subkulturen sich berühren oder verschmelzen, dann werden sie zu Kultur. Kultur entwickelt sich vor allem auch dann, wenn sie nicht von sich allein eingenommen ist und ein wenig Distanz zu sich selber gewinnt. (Das gelingt in Beton gegossenen Subkulturen nicht.) Das nebenstehende Plakat deutet an, was ich meine. Die Architektur des Vorarlberg Museums, wo ich das Plakat fotografiert habe, ist geradezu ein Exempel für diese Distanzierung. Die Distanz zur alten Bausubstanz kommt dadurch zustande, dass der moderne Bauteil direkt auf den alten gesetzt ist. Beide Körper berühren und durchdringen sich. Daraus wird neue Baukultur. Distanzlose Baudenkmal-Konservierer würden dies nie erlauben.  

Ein Text auf der Website des Vorarlbergmuseums lautet: "Was verbindet Lustenau mit Lagos und Vorarlberger Handwerkskunst mit afrikanischer Lebenslust. African Lace!"

 

 K Vorarlbergmuseum

 Website Vorarlbergmuseum

 

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Die letzte Reise fand vom 4. - 7. September (Donnerstag bis Sonntag) 2014 statt. TeilnehmerInnen waren vor allem Architekten / Bauleute. (Im Bild ein Teil der Gruppe beim Haus des Architekten Bernardo Bader)

Die Reise begann mit einer Führung im Vorarlbergmuseum, wo gerade auch eine Austellung über Franz Michael Felder stattfand.

Abends das Kamingespräch mit dem Hotelier Dietmar Nussbaumer.

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Am Freitag zuerst die Führung von Marion Maier durch Hittisau. Hittisau gehört mit dem Ritter von Bergmann-Haus und dem Gebäude mit Feuerwehr, Musik-Probelokal und Frauenmuseum zu den Pionierorten der neueren Architektur des Bregenzerwaldes.

Anschliessend Fahrt nach Andelsbuch zum Werkraum-Haus. Das Werkraum Haus ist ein ambitiöses Projekt, das die handwerkliche Tradition und die modernen Ausdrucksformen des Handwerks des Bregenzerwalds mit einer Präsentation von Produkten der Werkraum-Mitglieder darstellt. (Der Verein umfasst 80 Mitglieder. Gut 40 % der Mitgliedsbetriebe sind aus holzverarbeitende Betriebe (Tischler, Zimmerer, Küfer, Bodenleger. Knapp 60 % der Mitglieder kommen aus dem Baugewerbe und Bauhandwerk.)

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Zurück in Hittisau Besuch eines Holzbaubetriebs mit Dietmar Nussbaumer. Auf dem Rückweg "Zufalls-"Begegnung mit dem Eigentümer des früheren Gasthauses Sonne. Umtrunk in der archaischen Kegelbahn.

Kamingespräch mit Architekt / Architekturkritiker Florian Aicher: Architektur im Bregenzerwald

Die Tagestour am Samstag wird geführt von Florian Aicher. Initiative „Alte Bausubstanz" mit Beispielen,
Einführung Bürgermeister Hirschbühl: Ortsentwicklung Krumbach; Besichtigungen alter und neuer Bauten in Krumbach

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Mittagessen in der Krumbacher Stube.

Anschliessend Besuch des Hauses des Architekten Bernardo Bader und Weiterfahrt nach Langenegg.
Christian Nussbaumer, Bauverantwortlicher in Gemeindevorstand schildert die Ortsentwicklung von Langenegg mit dem Langenegger Talent.

Besuch des Käsekellers Lingenau (zur Abwechslung ein Betonbau, Achitekt: Oskar Leo Kaufmann) und zum Abschluss Besuch eines Privathauses, das in den Anfangstzeiten der neuen Architektur umgebaut worden ist.

DSC0683 Am Sonntag Fahrt nach Reuthe – Schnepfau in die Heimat von Franz Michael Felder. Wanderung von Schnepfau auf die Schnepfegg, Lesung einer Szene aus einem Roman von Felder, der an diesem Ort spielt. Weiter nach Bizau und Rückfahrt.