10. Politische / behördliche Massnahmen zur Linderung der Wohnungsproblematik

Es ist offensichtlich, dass die überall spürbare Not, bezahlbaren Wohn­raum zu finden, den Druck auf Lösungsfindung er­höht. Gleichzeitig ist verständlich, dass sich diese zunächst auf Symptombekämpfung be­schränkt. Einzelne gerade­zu ab­surde Beispiele sind dafür symptoma­tisch. Die Behörden einer Nachbargemeinde Zürichs stellten fest, dass die Einwoh­nerschaft immer älter wird und die soziale Durchmischung ge­fährdet ist, weil junge Famili­en es sich nicht leisten können, die in dieser Gemeinde verlangten Mie­ten zu bezahlen. Die Gemeinde entwickelte 2011 die Idee, dass Familien mit ei­nem Jahreseinkommen von bis zu 130'000 Franken (!) Mietkostenzu­schüsse erhalten sollten. Die Idee wurde schliesslich nicht umgesetzt. - Stossend ist, dass jede Wohnbauförderung auf eine staatliche Kompensation der Bodenrente hinaus­läuft und damit einer Umverteilung von Steuermitteln zugunsten von Bodeneigentümern basiert. Dies ist beispielsweise auch der Fall, wenn eine Gemeinde (z.B. Zürich) Boden kauft, um ihn verbilligt an Wohnbaugenossenschaften abzutre­ten. Bei Wohneigentumsförderung handelt es sich zudem meist um die öffentliche Unterstützung privater Vermögensbil­dung.