1. Historische Entwicklung / Eigentumsentwicklung

„Abel ward ein Schäfer; Kain aber ward ein Ackermann." Mose 1, Kap. 4.2 Der Ackermann erschlug den Schäfer, den Noma­den, denjenigen, der noch keine Grenzen und Grundstücke kannte. Abel ernährte sich von dem, was allen gehört. Karl Marx: „Das Verhalten zur Erde als Eigentum ist immer vermittelt durch die Okkupation, friedliche oder gewaltsame, von Grund und Boden durch den Stamm, die Gemeinde ..." K. Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, 386. Im gleich Sinn weist Rudolf Steiner darauf hin, „dass Grund und Boden z.B. durch Eroberung, also durch Entfaltung von Macht, in die Verfü­gung von irgendwelchen Menschen übergegangen ist." Rudolf Steiner: Nationalökonomischer Kurs, 7. Vortrag Doch „ist das Grund­eigentum zunächst gemeinsames, und selbst wo es fortgeht zum Privateigentum, erscheint die Beziehung des Individu­ums zu demselben gesetzt durch sein Verhältnis zum Gemeinwesen. Es erscheint als bloßes Lehen des Gemeinwesens" K. Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, 628. Karl Marx weist damit auf eine „Eigentumsform" hin, der heute in der Ge­meingüterökonomie, begründet von Elinor Ostrom, untersucht wird. In Silvio Gesells Frage treffen wir dieselbe Haltung an: „Dürfen wir nun gestatten, daß einzelne Menschen Teile dieser Erde, Teile von uns selbst, als ausschließliches und ausschließendes Eigentum in Beschlag nehm en, Zäune errichten und mit Hunden und abgerichteten Sklaven uns von Teilen der Erde abhalten, uns ganze Glieder vom Leib reißen?" - Der Eigen­tums­begriff, der heute mehrheitlich ver­wendet wird, geht auf die römische Rechtsauffassung zurück. Eigentum wurde zum umfassen­den Herrschaftsrecht über eine Sa­che.