Der Quark-Kessel. Eine kleine Geschichte

Wir hatten einen tüchtigen Chauffeur, einen Kosovo-Albaner. Er wusste beispielsweise, dass der Küchenchef der Einrichtung mit Altenheim, Sozialpädagogik und Restaurant in der Region Bern eine sogenannte Standard-Bestellung hatte, einen Kessel mit 15 kg Vollmilchquark. Ihm war noch etwas zu wenig vertraut, dass Standardbestellungen allzu oft im letzten Moment storniert werden, nämlich dann, wenn dieses Produkt, das nicht zum Lagersortiment gehört, beim Produzenten bereits bestellt oder sogar im Lager schon eingegangen ist. So war es wieder einmal. Auf den Anruf des Küchenchefs hin hatte die Verkäuferin im Büro den Quark vom Lieferschein gelöscht. Im Kühlraum stand der Kessel aber trotzdem. Der verantwortungsbewusste Chauffeur sah fürhmorgens den Kessel in der Ecke (nicht bei der bereitgestellten Lieferung), schaute auf dem Lieferschein nach, wo kein Quark aufgeführt war und dachte: die haben wiedereinmal nichts überlegt im Büro! Er lud den Kessel mit auf die Lieferung, trug ihn auf dem Lieferschein von Hand nach und fuhr los. Beim Kunden wurde die Lieferung kontrolliert. Sofort fiel der handschriftliche Nachtrag auf – und schon ärgerte sich der Küchenchef: „ich habe doch angerufen und den Quark storniert“, griff zum Telefon: „bitte Quark umgehend zurückholen“. Die Verkäuferin: „aber ich habe den Quark doch gar nicht auf die Lieferung gesetzt .... „ Es brauchte ein Weile, bis der Fall in Details geklärt war.

Wäre es also besser, Chauffeure zu haben, die nicht verantwortungsvoll denken, die nur im Sinne von Dienst nach Vorschrift handeln?